19. Juli 1983
In den Abendstunden des 19.07.1983 heulten in ganz Neuenfelde neunmal die Sirenen.
Es brannte das große Reetdachhaus von Johann Quast in voller Ausdehnung. Die noch in dem Haus untergebrachten Erntehelfer waren bereits durch die Fenster ins Freie geklettert, da die anderen Fluchtwege schon versperrt waren, als sie das Feuer bemerkten.
Zu den Löscharbeiten rückten neben unserer Wehr auch die Kameraden der FF Neuenfelde-Nord und der Berufsfeuerwehr Finkenwerder an.
Ein Großteil des Löschwassers wurde dazu verwendet die angrenzenden Gebäude zu schützen und zu kühlen, da bereits eine Fensterscheibe des benachbarten Wohnhauses in der Hitze geborsten war.
Als die Berufsfeuerwehr dann auf die Idee kam, einen auf dem Dach eines Fahrzeuges montierten Wasserwerfer auf den bereits stark beschädigten Dachstuhl zu richten, mussten die Kameraden der FF Deckung suchen, weil ihnen ganze Balken entgegen flogen. Diese Aktion wurde daraufhin sofort wieder abgebrochen. Als das Feuer bereits mehr als eine Stunde wütete, befahlen die Herren der nachgerückten Brandermittlung unserer Wehr zum Innenangriff vorzugehen. Unser Wehrführer Hans Bartke widersetzte sich diesem Befehl unter Hinweis auf die stark angegriffene Bausubstanz. Kurze Zeit später stürzte der vordere Giebel ins Haus hinein.
Die Löscharbeiten dauerten bis in die Vormittagsstunden an und auch in den darauf folgenden vierzehn Tagen mussten wir noch insgesamt fünfmal zu Nachlöscharbeiten anrücken.
