18.-20. August 2002
Flutkatastrophe entlang der Elbe im August 2002 in Dresden vom 18. - 20.08.02
(von Thomas Rehder)
Nachdem die Elbe Mitte August 2002 in Sachsens Landeshauptstadt Dresden massiv über die Ufer getreten war und ganze Stadtteile unter Wasser standen, entsandte die Feuerwehr Hamburg ein Hilfskontingent von zunächst ca. 50 Feuerwehrangehörigen, das zu 2/3 aus Freiwilligen Feuerwehrleuten bestand. Das Kontingent wurde im Laufe der ersten Tage auf etwa 80 Helfer aufgestockt, die aus allen Teilen Hamburgs kamen.
Auch die FF Neuenfelde-Süd wurde gefragt, ob sie Personal zur Verfügung stellen könnte. Die Telefonkette lief an und am Abend konnte eine Gruppe von 10 Wehrangehörigen gemeldet werden, die sofort abmarschbereit waren.
Von der Einsatzzentrale in Hamburg wurden dann für den 18.08.2002 fünf Helfer für 3 Tage angefordert. Start war am 18.08. um 3.00 Uhr beim Feuerwehrhaus und von dort ging es zur Hauptfeuerwache Berliner Tor, wo wir zusammen mit etwa 40 anderen Feuerwehrkameraden in einen Reisebus stiegen und die Fahrt nach Dresden antraten.
Wir hatten für einen eventuellen Hochwassereinsatz alles Erdenkliche an Schutzzeug eingepackt, alle hatten eine Wathose und extra Gummistiefel im Gepäck, sodass wir gut gerüstet waren. Eine gewisse innere Unruhe, was uns wohl erwarten würde, konnte keiner so recht abstreiten. Je näher wir an Dresden herankamen, desto mehr Kolonnen von Feuerwehr, THW, Bundeswehr, DRK etc. sahen wir. Dieses machte uns den Ernst der Lage immer bewusster.
In Dresden angekommen bezogen wir Quartier in Zelten im Innenhof der Offizierskaserne. Im Halbkreis aufgestellt, wurden wir den verschiedenen Fahrzeugen zugeteilt.
Ein Kamerad von unserer Wehr musste sofort mit einem RW 1 und Kleinboot abrücken. Drei von uns hatten Glück und konnten mit dem Melder des Einsatzabschnittes-Wasser eine Erkundungsfahrt machen und bekamen einen ungefähren Überblick über das Schadensausmaß. In einigen Bereichen sah es verheerend aus. Den weiteren Tag über geschah nichts und ein wenig Frust drohte aufzukommen. Um 22.00 Uhr gab es dann Alarm für den gesamten Verband, der noch nicht im Einsatz war.
Wir besetzten unsere Fahrzeuge und bekamen den Einsatzbefehl zu einem Krankenhaus zu fahren und eine Tiefgarage von ca. 30 x 30 m mit Sandsäcken zu beschweren, damit sie nicht vom Grundwasser hochgedrückt wird. Wir lösten eine Einheit der Bundeswehr ab, die schon eine Lage Sandsäcke in die Garage eingebracht hatte. Wir erfuhren, dass das Gebäude zum Herzzentrum der Klinik gehörte und es nicht möglich war, dieses zu evakuieren.
Diese vielen zivilen Helfer, Männer, Frauen und sogar Kinder, diese gewaltigen Mengen von Sandsäcken, die Soldaten, die mit Beifall die Tiefgarage verließen und wir, die mit Beifall in diese einzogen; Eindrücke, die wohl keiner von uns je vergessen wird.
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Der Einsatz dauerte bis ca. 6.00 Uhr morgens und wir fielen mit der Hoffnung, dass es nicht vergebens war, total fertig auf unsere Feldbetten. Wie wir später erfuhren, hat das Gebäude keinen Schaden genommen.
Um 9.00 Uhr war wieder Wecken und es hieß Einsatzbereitschaft herstellen. Die Fahrzeuge wurden in der Stadt aufgetankt und wir warteten auf den nächsten Einsatz. Der kam am Abend gegen 19.00 Uhr: Ablösen von Kräften an der Industriestraße, hier drohte eine kleine Chemiefabrik zu überfluten. Wir fuhren mit 15 Helfern in MTW's dorthin. Aufgabe war es, die Überwachung von fünf Tragkraftspritzen und diversen E-Tauchpumpen zu gewährleisten. Nach einer kurzen Lageeinweisung übernahmen wir die Einsatzstelle und teilten uns auf die verschiedenen Pumpen auf.
Die Fabrik konnte gehalten werden, es traten keine Chemikalien aus. In der Nacht bekamen wir ständig Besuch von Polizeieinheiten, da in der vorherigen Nacht aus einem überfluteten Wohnviertel versucht wurde, unsere Pumpen abzustellen. Es war für die Anwohner unverständlich, dass wir unser Wasser auf ihre Seite abpumpten, aber nur so war es möglich, die Fabrik zu retten.




