Altes "Sprüttenhus"
Jeder braucht eine Heimat
von Detlef Rüter, verfasst nach einem Bericht von Hermann Martens)
Für uns Feuerwehrleute war und ist diese Heimat unser Feuerwehrhaus, welches auf Plattdeutsch liebevoll als „Sprüttenhus" bezeichnet wird. In unserem heutigen Feuerwehr- haus in der Nincoper Straße 147c finden Mensch und Maschine eine Unterkunft unter einem Dach.
Doch das war nicht immer so...!
Das erste „Sprüttenhus" wurde 1903 von der vorhergehenden Pflichtfeuerwehr übernommen und stand im Nincoper Ort zwischen dem Rehderschen Gasthaus, das damals gleichzeitig den Aufenthaltsraum für die Wehr stellte, und dem Wohnhaus der Familie Behr (heute Hermann Martens und Gerd Behr). Da zwischen diesen beiden Gebäuden auch noch ein Überfahrtsweg Platz finden musste, war das „Sprüttenhus" recht schmal und eng geraten. So reichte der Platz zwar für die, von Pferden gezogene Handdruckspritze, eine Unterkunft für die Feuerwehrleute aber gab es nicht. Den Kameraden wäre allerdings im Winter auch bitterkalt geworden, denn eine Heizmöglichkeit war nicht vorhanden. Nach Schließung der Gaststätte Rehder fand die Versammlung lange Zeit in der Gaststätte „Zur alten Eiche" der Familie Pien statt, zu der noch heute eine feste Verbundenheit besteht. Unsere Gründung fand ebenfalls in einem Lokal statt. Im Gasthaus „Zur Piepe" von Helmut Feldmann in Rübke, da die östliche Straßenseite des Nincoper Deiches einschließlich des Rübker Teiles damals noch zu Neuenfelde gehörte.
Ca. 25 Meter hinter dem „Sprüttenhus" befand sich damals die Anlage zur Schlauchtrocknung. Ein recht grosser Betonsockel hatte die Aufgabe, zwei ca. 7 Meter lange, aufrecht stehende Pfosten zu halten. Beide Pfosten waren mit einem oberen Querbalken verbunden, der die Schläuche zum Trocknen aufnahm. Einer der Pfosten war mit eingebohrten und eingeschlagenen Eisenstangen als Klettergerüst hergerichtet, um den Querbalken zu erreichen. Später entfiel diese Aufgabe und wurde von den Wachen der Berufsfeuerwehr übernommen.
links: Das Sprüttenhus bei der großen Flut 1962
Als dann auch bei der Feuerwehr die Motorisierung fortschritt, wurde das „Sprüttenhus" auch für unserer Gerät bald zu eng und man musste umbauen. So wurde zu Beginn des Krieges die Durchfahrtshöhe vergrößert. Der Giebel wurde abgetragen, die Zarge und die äußeren Türflügel kamen neu und die inneren Türflügel wurden vergrößert. Bei dieser Gelegenheit wurden auch gleich Doppelfenster eingebaut, um es dem Frost möglichst schwer zu machen.
Dieser Zustand des „Sprüttenhuses" blieb dann bis 1975 erhalten, bis unser neues Feuerwehrhaus im ehemaligen „Strassenhof“ von W. Harms bezogen werden konnte.
Umbau des Sprüttenhus für eine größere Durchfahrtshöhe
In der Ausnahmesituation während des 2. Weltkrieges belegte die Wehr weitere Räumlichkeiten. Die Mannschaften, die Bereitschaft hatten, übernachteten u.a. auf den Sälen und nutzten die Lokale von J.C. Bundt und J.N. Stehr. Darüber hinaus wurden während dieser Zeit sowohl Garagen, als auch Hofstätten von Walter Harms und Jacob Quast genutzt.
Im Gegensatz zum alten „Sprüttenhus" bot und bietet das neue Feuerwehrhaus natürlich viel mehr Platz und somit auch entscheidend bessere Nutzungsmöglichkeiten. Mensch und Maschine finden, wie bereits anfangs erwähnt, seitdem unter einem Dach ein Zuhause.
Vieles hat sich seitdem verändert: Die Dienstabende finden im Feuerwehrhaus statt und die Besuche bei Pien sind somit seltener geworden, die Einsatzzahlen sind auf fast 200 Stück im Jahr angewachsen, die Sirene heult schon lange nicht mehr, sondern es alarmiert der „Pieper" und das „Sprüttenhus" heißt seit 1975 „Feuerwehrhaus."
Aber eins ist geblieben, wie es auch im alten „Sprüttenhus" schon immer war:
Neuenfelde-Süd ist irre schnell !!!
Die durchschnittliche Zeit, die zwischen Alarmierung und Ausrücken des ersten Fahrzeuges vergeht liegt unter drei Minuten !!!!!!!!
Aufzeichnung von 2003 zum hundertjährigen Bestehen der Wehr.




